Fahne

Pfarrei Mariä Himmelfahrt Feldkirchen bei Freilassing, Gde. Ainring, Lk. Berchtesgadener Land

Die Legende zur Fahne

Die Idee einer Fahne grassierte schon lange im Frauenbund, denn eine Fahne ist ein gegenständliches Symbol, ein Sinnbild, ein Erkennungszeichen. Sie Symbolisiert Zugehörigkeit, Gemeinschaft, sie ist der Punkt, um den sich die Mitglieder versammeln.
Die Fahnen werden von denen, die sie tragen, mit Stolz geführt. Wir werden unsere Fahne an kirchlichen Festtagen und großen Festen tragen, aber auch bei traurigen Anlässen wird sie präsent sein.

Heute aber können wir uns nur glücklich schätzen, denn ohne Euch, die ihr alle hier seid könnten wir kein so schönes Fest der Fahnenweihe feiern und wir danken Euch allen für das Vertrauen dass ihr in uns gesetzt  habt. Wir hoffen doch sehr, dass ihr mit dem Ergebnis  zufrieden seid und wir mit unserer neuen Fahne unseren Zweig-verein gut präsentieren.
 
Hier an dieser Stelle möchte ich gerne den Werdegang bis zu dieser Fahnenweihe darstellen.
 
Als eine Gruppe von Frauen 2006 zu der Gartenschau nach Marktredwitz fuhren, wurde dort durch eine Ausstellung von gestickten Bildern die Idee einer Fahne mit Patchwork- Arbeit geboren.
Wir schauten uns die Bilder sehr genau an und meinten dazu, Otti Weber, die viel Erfahrung mit dieser Art der Kunst hat, könnte uns dahin gehend anleiten. Wir bedanken uns ganz herzlich bei der Otti. Denn ohne ihr Engagement, ihre Beharrlichkeit und ihr Können wären wir nicht so weit gekommen. Und sie hat sich darauf eingelassen uns Unbedarften diese Kunst näher zu bringen.

Wir brauchten dazu nur noch ein Motiv. Wie sollten wir die Fahne gestalten? Da ich ein bisschen kreativ bin ließ ich mir einiges einfallen und brachte Vorschläge zu der Fahne. Das Motiv für den Baum war für alle stimmig. So machten sich Otti Weber, Hanni Pils, Evelin Lerbinger, Anni Basler ,Birgit Lexhaller und ich auf den Vorschlag in die Tat umzusetzen. Die Farbe Blau sollte der Hintergrund sein. Diese Farbe steht für Maria, der Mutter Gottes, unserer Schwester und Fürsprecherin. Unter ihren Schutz stehen alle Mädchen und Frauen und unser Katholische Frauenbund. So steht es in unserem Frauenbund- Gebet. Außerdem ist diese Farbe auch die Grundfarbe des Frauenbund Logos. Die Fahne sollte auch eine Einheit mit den Mitgliedern darstellen. Daraus wuchs die Idee mit dem Baum. Ellen Ammann gründete den Frauenbund im Jahre 1904. Deshalb ist sie die Wurzel des Baumes aus der  der Stamm des deutschen katholischen Frauenbundes gewachsen ist. Daraus bilden sich die Zweige, sprich die Zweigvereine. Durch die Blätter sind unsere Mitglieder dargestellt.

Die Mitglieder von unserem Zweigverein haben sich dann an einem Nachmittag Zeit genommen und mit ihren eigenen mitgebrachten Stoffen Blätter genäht. Für diejenigen, die es selber nicht konnten war die Möglichkeit gegeben ein Stoffstück abzugeben. Ihr Blatt wurde dann von den Näherinnen gefertigt. So entstanden über 100 Blätter und jedes Blatt hat so seine eigene Geschichte und jedes Mitglied könnte ihre Biografie dazu erzählen. Dadurch, und nur durch diese Gemeinschaftsarbeit ist diese Fahne etwas besonderes geworden. Die Rückseite der Fahne zeigt das Logo von unserem Frauenbund. Auch auf der Spitze ist das Logo zu erkennen.

Diese Rückseite erforderte von uns eine Reise nach Regensburg. Dort hatten wir mit der Firma Kattan-Fahnen Kontakt aufgenommen. Diese Firma arbeitet mit dem Frauenbund zusammen. Sie hatten das Logo für den Druck und diese wunderbare Spitze mit dem Frauenbund-Emblem. Wir dachten zuerst wir könnten den Stoff der Rückseite für die ganze Fahne verwenden. Aber weit gefehlt. Es war nicht möglich diesen für die Patchwork-Arbeit zu verwenden. Also was tun? Hier kam die Firma Gstöttner ins Spiel. Nach langem hin und her entschieden wir uns für diesen Stoff und diese Farbe. Die Firma Kattan bekam eine Stoffprobe zugeschickt und nach dieser Vorlage wurde die Rückseite mit dem Frauenbundlogo eingefärbt.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Mitarbeitern der Firma Gstöttner, die uns so gut bei unseren Ideen unterstützten und uns mit Rat und Tat zur Seite standen. Wir bedanken uns besonders herzlich bei der Nina, die ganz zum Schluss die Fahne zusammen nähte.

Aber ich greife vor, denn bis zur Fertigstellung waren immer wieder viele Fragen offen. Zum Beispiel...Wie arbeiten  wir den Stamm? Sind die Blätter für eine Patchwork- Arbeit überhaupt geeignet? Wie schwer darf die Fahne werden, damit eine Frau sie tragen kann? Wird sie durch die Stofflagen zu schwer? Und so weiter und so fort.
Irgendwann nahm die ganze Sache dann doch Gestalt an und wir begannen mit der Planung. Die Größe wurde bestimmt und wir machten einen Entwurf. Wir glaubten, einen Baum zu zeichnen ist keine Kunst. Wir täuschten uns. Die Proportionen zu dem Stamm stimmte nicht. Die Wurzeln passten nicht und überhaupt....
Doch irgendwann sah unser Baum fast wie die große Eiche von Wiesbach aus und er passte.
So ist ganz nebenbei noch ein Stück Heimat in unsere Fahne mit eingeflossen.
Wir danken hier  an dieser Stelle besonders Evelin Lerbinger. Sie hatte die absolute Idee den Stamm so zu arbeiten dass er auch wie ein Stamm aussieht. Mit ihrer Anleitung arbeitete Otti Weber den Stamm aus.
Evelin selbst konnte zu der Zeit leider keine Hand mit anlegen, denn sie hatte sie gebrochen und war durch einen Gips daran verhindert.

Es ist gar nicht so einfach Vorschläge zu verstehen und zu verarbeiten. Aber durch viele Treffen und Gespräche mit dem Team fanden wir immer  die passende Lösung für die anstehenden Probleme. Sogar unsere Männer wurden einbezogen, denn ich muss schon sagen, ohne sie standen wir manchmal auf dem Schlauch. Sei es beim Anordnen der Blätter, denn die Farben sollten doch passen. Wir waren durch das viele Schauen schon Farbenblind. Auch das Befestigen der Fahne an die Stange konnten wir nur mit männlichem Beistand meistern.

Wir bedanken uns an dieser Stelle auch bei Frau Otto. Sie hat uns den Namen von Ellen Ammann gestickt. Wir wollten den Namen in der Fahne haben, aber wer kann so was? Durch viel Nachdenken fiel mir Frau Otto ein, die vor einigen Jahren ihr Können im Pfarrzentrum vorstellte. Vielen Dank noch mal an dieser Stelle.

Das letzte Problem das sich auftat war die Fahnenstange. Wir fanden keine Firma die Fahnenstangen herstellte. Sie sollte teilbar sein für den Transport. Außerdem nicht zu lang, denn sonst wird wieder alles so schwer. Da half uns Gisi Lämmlein weiter. Sie organisierte, dass die Firma Brötzner sie uns fertigte, und Gisi strich sie uns an. Wir bedanken uns ganz herzlich für die Hilfe.

Zum Schluss möchte ich mich im Namen aller bei unserem Herrn Pfarrer Parzinger bedanken der uns heute für unsere Fahne den Segen mit auf den Weg gegeben hat, denn durch diesen Segen können wir die Zeit mit der Fahne hoffentlich nach und nach mit schönen Erinnerungen füllen. Unsere Fahne soll uns zeigen, dass unser Verein stetig wächst und viele Früchte bringt. „Nur wer die Zeichen der Zeit gar nicht versteht, wer die Zusammenhänge der wirtschaftlichen und sozialen Bewegungen unserer Zeit nicht kennt, kann die Notwendigkeit einer katholischen Frauenorganisation leugnen“, diese Worte von Ellen Ammann haben heute noch Gültigkeit. Und dieser Baum auf unserer Fahne steht wie eine feste Eiche für diesen Grundsatz.

Elli Riedl

 

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